Herren I - Ein Punkt in Bockenheim aber Nix zu holen im Derby

Am 23.11. mussten die Seulberger Herren auswärts gegen den Tabellennachbarn FTG Frankfurt in der Sportfabrik Bockenheim ran. Wieder musste Trainern Carola Schröder auf etliche ihrer Stammspieler der Startformation verzichten und hatte zudem nur neun Feldspieler dabei. Trotzdem fand der SVS gut ins Spiel und dominierte im ersten Durchgang die Partie. So stand es dann für die Gäste zur Halbzeit auch verdient 11-15.
 
 
Nach dem Seitenwechsel konnten die Seulberger dann allerdings nicht an die starke Leistung anknüpfen, da langsam Kondition und damit auch die Konzentration nachließen und die FTG fand wieder zu ihrem Spiel. Zwischenzeitlich hatten sich die Gastgeber dann auf ein Tor heran gekämpft (17-18/39.), bevor sich das Schröder-Team wieder auf vier Tore absetzen konnte (18-22/46.).
 
Doch wieder hielt der Schlendrian im Seulberger Spiel Einzug. Schlechte Chancenverwertung, Fehlpässe und eine unkonzentrierte Abwehr sorgten dafür, dass die FTG Frankfurt in der 51. Spielminute zum ersten Mal den Ausgleich schaffen konnte (22-22). Die restlichen neun Minuten wurden dann zum offenen Schlagabtausch. Seulberg führt, die Gastgeber gleichen aus, Seulberg legt nach, die FTG egalisiert – bis zur 59. Spielminute.
 
Nach einem taktischen Foul von Kreisläufer Bernd Steffan, der den Außenspieler der FTG am Wurfarm aus der Luft über dem Kreis fischte, um den Torwurf zu verhindern gab`s verdienterweise die Blaue Karte und nach einigen "netten" Worten Richtung Schiedsrichter zudem noch zwei Minuten Strafe oben drauf. Statt aber jetzt die Einwechselung des Ersatzspielers auf vier Minuten zu setzen, schickte der Schiedsrichter stattdessen einen weiteren Seulberger auf die Bank. Eine krasse Fehlentscheidung gegen die Gäste. Da eine halbe Minute vorher bereits Sven Grauer eine zwei Minuten Strafe erhalten hatte standen jetzt nur noch drei Seulberger auf der Platte beim Stand 25-25.
 
Doch unfassbarer Weise schaffte Johannes Schröder es allen Ernstes noch den Führungstreffer zum 25-26 einzunetzen. Den Gegenangriff der FTG konnten die drei verbliebenen Spieler dann aber nicht unterbinden und somit zappelte Sekunden vor dem Abpfiff der Ausgleich im Gehäuse des SVS.
 
Theoretisch hätte Trainerin Carola Schröder nach dem Abpfiff direkt Einspruch gegen das Spiel einlegen können, tat dies aber nicht, da der SV Seulberg mit der Punkteteilung eigentlich ganz zufrieden war und bei einem Wiederholungsspiel erst einmal diese Leistung wieder hätte abrufen müssen.
 
Mannschaft: Chris Mai, Tom Becht (beide Tor), Bernd Steffan (7/7), Maurice Zeuner (6), Johannes Schröder (4), Tobs Bergerfurth (4), Robin Hostert (3), Janis Hostert (1), Sven Grauer (1), Matthias Gruschka, Steffen Leyendecker
 
Zwei Wochen später stand jetzt das nächste Auswärtsspiel an. Das Derby gegen die TSG Ober-Eschbach II. Der SV Seulberg auch heute wieder mit einem stark dezimierten Kader und zusätzlich noch ohne den für zwei Punktspieler gesperrten Bernd Steffan. Dass der routinierte Siebenmeter-Schütze heute fehlte, sollte sich in der Verwertung der Siebenmeter wiederspiegeln. Von den Acht gegebenen Strafwürfen landeten nämlich nur vier hinter der Torlinie der TSG.
 
Während im ersten Durchgang Torwart Chris Mai die Seulberger im Spiel hielt, sorgte Tom Becht im zweiten Durchgang etliche Male mit seinen Paraden dafür, dass die Gäste den Anschluss halten konnten. Die Gründe für die knappe 27-28 Niederlage waren an diesem Samstag woanders zu suchen.
 
Schon während der ersten Hälfte monierte Trainerin Carola Schröder die Abschlussschwäche ihrer Spieler. Anstatt, wie vorgegeben, flach den Abschluss zu suchen verpulverten ihre Mannen halbhoch ihre Chancen am Ober-Eschbacher Schlussmann. Sogar zwei Tempogegenstöße wurden direkt hintereinander halbhoch verworfen. Unfassbar. Somit war es dann auch nicht verwunderlich, dass die Gastgeber die einfachen Ballverluste des SVS über Tempogegenstösse zu Gegentoren umwandelte.
 
Hatten die Seulberger bis 18. Minute noch mitgehalten (11-10) bewegten sich die Spieler jetzt nur noch im Angriff, wenn sie den Ball in den Händen hatten. In der Folge gelang kein Durchbruch mehr, dafür klingelte es hinten. Zeit für eine Auszeit (14-10/24.). Die half und bis zum Halbzeitpfiff konnten sich die Rot-Weißen wieder auf ein Tor heran kämpfen (15-14).
 
In der Kabine forderte die Trainerin jetzt nochmals nachdrücklich endlich das umzusetzen, was sie schon die ganze Zeit auf das Spielfeld gerufen hatte. Flache Bälle und schauen was der Torwart macht!
 
Doch direkt nach Wiederanpfiff konnte man sich schon wieder fragen was an dem Satzteil „Flache Bälle“ nicht verstanden worden war. Somit blieben klare Torchancen weiterhin ungenutzt, während Fehlpässe und technische Fehler jedes Angriffsspiel zerstörten um vielleicht noch den Spiess umzudrehen (19-16/41.).
 
Trotzdem fing sich der SVS langsam wieder und schaffte es mit dem Beginn der Crunchtime durch Johannes Schröder per Siebenmeter auf einen Zähler heran (22-21/51.). Vier Minuten vor dem Abpfiff erzielte dann Jan Dammbach sogar noch den Ausgleich zum 25-25. Nach der Auszeit von Ober-Eschbach gingen diese dann auch wieder in Führung, während Seulberg es nicht schaffte via Siebenmeter auszugleichen. Dafür setzte der Gegner wieder einen drauf und am Ende konnte zwar Janis Hostert noch auf 28-27 verkürzen aber mit 5 Sekunden auf der Uhr und Ball beim Gegner war die Messe gesungen.
 
Nach dem Abpfiff sah man bei den Seulberger Spielern lange Gesichter und bei Trainerin Carola Schröder Frust „Die Schwachstellen waren allen Spielern hinlänglich bekannt. Leider konnten wir die Fehler nicht abstellen und offensichtliche Lösungen weder vorne im Angriff noch hinten in der Abwehr umsetzen. Sobald wir den Ball schnell gemacht haben waren die Chancen dann ja auch da, doch leider haben wir damit einfach zu spät angefangen“.
 
Mannschaft: Chris Mai, Tom Becht (beide Tor), Maurice Zeuner (6), Johannes Schröder (6/3), Robin Hostert (4), Janis Hostert (3), Tobs Bergerfurth (3), Sven Grauer (3), Steffen Leyendecker (1), Jan Dammbach (1), Florian Hennig